Gesellschaft

Gründung und Zweck

Im Zuge der Aufklärung wurde in Zürich im Jahre 1746 die Physicalische Societät – später Naturforschende Gesellschaft genannt – gegründet. Als Mitbegründer und erster Präsident wirkte bis zu seinem Tode Johannes Gessner (1709–1790).

Bei den regelmässigen Zusammenkünften wurden mit Begeisterung gemeinsame Beobachtungen und Experimente zur Förderung der Naturwissenschaften und des Gemeinwohls durchgeführt. Die breitgefächerten Aktivitäten der Gesellschaft unterteilten sich auf folgende fünf Bereiche: «Naturlehre, Naturhistorie, Mathematik, Arzneykunst und Technik». Die Sitzungen der Gesellschaft fanden ursprünglich in der Limmatburg am heutigen Central statt, später im Zunfthaus zur Meise.

Die Gesellschaft war in der Stadt Zürich jahrelang für die genaue Zeitmessung verantwortlich, führte Volkszählungen durch und liess Blitzableiter installieren. Als Hilfsmittel für die betriebene Forschung wurden Sammlungen von Instrumenten und Naturalien sowie eine Bibliothek und ein botanischer Garten aufgebaut. Diese Infrastruktur diente ab 1833 dem Unterricht an der neugegründeten Universität Zürich. Das 1855 eröffnete Eidgenössische Polytechnikum (ab 1911 Eidgenössische Technische Hochschule ETH) profitierte unter anderem von der bereits 1759 eingerichteten Sternwarte. Die seit 1746 gesammelten Wetterdaten wurden der 1880 gegründeten Meteorologischen Zentralanstalt (MZA) übergeben.

In den Gründerjahren unserer Gesellschaft war das Hauptziel, durch sorgfältige Beobachtungen und Versuche «zu genauer Erkenntniß der Natur» zu gelangen. Dieses Bestreben ist bis heute erhalten geblieben. Dazu wird insbesondere das öffentliche Verständnis aller Disziplinen sowohl in den grundlegenden, wie auch in den angewandten Gebieten gefördert. Dabei will die NGZH den Austausch mit den immer spezialisierteren Disziplinen sowie den Zugang zu den Resultaten der aktuellen Forschung erleichtern. Zu diesem Zweck werden kostenlose Vorträge und Exkursionen mit kompetenten Referenten organisiert und in den Vierteljahrsschriften wird über die aktuelle Forschung auf dem Platz Zürich informiert. Im jährlich erscheinenden Neujahrsblatt erhalten zudem Spezialisten die Gelegenheit ein ausgewähltes Thema für das interessierte Publikum aufzuarbeiten.

Andererseits sind die Naturwissenschaften darauf angewiesen, dass sich die jüngere Generation auch in Zukunft für die Forschung begeistern kann. Die NGZH trägt dazu bei, indem jährlich ein Jugendpreis für hervorragende Matura-Arbeiten verliehen wird und ein spezielles Neujahrsblatt für Jugendliche abgegeben wird.

Johannes Gessner (1709–1790)