Auf Anordnung der Gesellschaft für ihre Mitglieder
gedruckt.
Zürich, 1828.
77 Seiten
Inhaltsverzeichnis (nicht Teil der „Verhandlungen“)
Einleitung 1
Mitglieder Mutationen 5
Finanzen 7
Schenkungen 8
Oekonomische Kommission 12
Verhandlungen (Kurznotiz zu Vorträgen) 14
Physik 16
Schinz, Salomon: Stickstoff 14
Fäsi: Wetter, erste Hälfte 1827 17
Usteri und S.Schinz: Blitz 18
Geognosie 19
Usteri nach Merian: Geologisches Profil durch den Jura Basel-Kestenholz
19
Botanik 21
Schultheß, Rud. Dr.med.: Nymphaea minima (Hüttenerseeli)
21
Zoologie 21
Hptm Thomas Conrado: Lämmergeyer (Verhalten eine Jungtiers) 22
Schinz, Hch.Rud.: Giraffe 23
Schinz, Hch.Rud.: Beobachtungen an Affen 23
Horner: Flug der Tiere 24
Schinz: Gesellschaftlichkeit der Tiere 26
Irminger: Kanthariden aus der Nähe von Stadel 30
Landökonomie 31
Fäsi: Handelsbilanz von Wein mit Amerika 31
Forderung der Qualitätssteigerung von Wein 32
Gemeinnützige Ges. Knonau: Kunstwiesen (Luzerne,
Mattenklee, Incarnatklee) 33
Fäsi: Oelfrüchte (Flachs) 34
landw. Ges.: offene Feldwege (mit Bonitierung etc.)35
Usteri nach Kasthofer in Brienz: Waldwirtschaft 36
Heß nach Canonicus Schmidtberger aus Linz: Pomologie
38
dito: Schädlingsbekämpfung 39
dito: Nützlinge (Vögel) 42
Fäsi: Culturzustand unseres Kantons 42
Pestalutz im Steinbock: Lagerung von trockenem Mehl in Fässern
43
Veterinärkunst 43
Usteri nach Michel: Tollwut (Füchse) 43
Medizin 46
Usteri: Pockenimpfung mit Kuhpocken
46
Irminger: Jahresbericht der Irrenanstalt 47
"Religiöse Schwärmerey kam nur ein
einziges Mahl vor."
Carl Lavater Dr. med.: Medizinalwesen in England 48
Herr Poliater Zundel: Leukerbad (Nutzen und Hygiene) 50
Hirzel: Missbildung eines neugeborenen Kindes 52
Erd und Reisebeschreibung 53
Heß: Oberamt Regensperg 54
Fäsi: Kanton Zürich 56
Eblin: Prätigau- Flüela-Unterengadin 57
Irminger: Zink aus Davos 58
Hirzel am Musikfest in Genf 59
(Nicht)-Besteigung des Mont Buet mit Hindernissen 61
(der Bergführer verschwand vor den Augen
der Gäste lautlos in einer Gletscherspalte und musste gerettet werden
- das hat mehr als 4 Stunden gedauert, dann hat's dann nicht mehr für
den Gipfel gereicht. Hirzel ärgerte sich, dass der Führer die
Wartezeit in der Spalte verrechnete; dies ganz im Gegensatz zu den helfenden
Sennerinnen.)
zurück über den Rawilpass - nach Adelboden (als
Beispiel der wenig besuchten Nebentäler)
"Von der Höhe des Ravilpasses, 7683 Fuß über Meer,
geht der Weg steil ins Iffigerthal herab. Von hier näherte sich der
H. Verf. den von Reisenden häufiger besuchten Gegenden, vermied aber
gerade die gewöhnlich von den großen Haufen derselben eingeschlagenen
Straßen, und bemerkt überhaupt, wie wünschenswert es sey,
daß kenntnißreiche Reisende wenig besuchte Nebenthäler
wählen möchte, daß zwar allerdings Entbehrungen und Reiseunbequemlichkeiten
hier größer, der Genuß an Naturschönheiten aber gewiß
gleich groß die Ausbeute für Kenntniß des Vaterlandes
unzweifelhaft größer, und der Umgang mit den durch die Schaar
der Reisenden noch nicht veränderten, sey es gebildeten oder verdorbenen
Söhnen der Natur, der Anblick alter Sitten und Gebräuche ein
ganz eigenthümlicher Gewinn solcher Reisen sey. Aus dem Iffigerthal
über stieg H. Hirzel die Höhe nach den sieben Brunnen hin, und
von da wieder über eine Scheidecke nach Adelboden, dessen vor Nordwind
geschütztes, und ungeachtet der hohen Lage ziemlich mildes Clima und
der Reichthum an Mineralquellen dasselbe zu einem guten Curorte eignen
würden. Etwas näher werden noch die Mineralwässer beschrieben,
so wie einige Versuche, welche damit angestellt wurden angegeben. ..."
Besuch des Schaaflochs (Eishöhle) - über
Hochgant nach Tschangnau dann über die Schrattenfluh (Geologie)
Escher, v.: Reise von Paris nach London 64
Hydrotechnik 65
Horner nach Lanika: Rhein im Domleschg 65
Korrektion der Nolla 65
Wirtschaft 68
Zellweger: Geschichte Ursachen und Verhältnisse der Getreidetheuerungen
Lob der Privatwirtschaft und des freien Handels 68
Diskussion dazu: Korn-Pflichtvorräte der Regierung 70
Getreidesilos 72
Fäsi: Römische Ueberreste 72
Verdankungen 73
Seiten 46 -47
Möglichkeit nicht geläugnet werden,
daß bey einem gebissenen Thiere oder Menschen die eigentliche Wuth
ausbreche, so lasse sich doch kaum mehr an der Natur der Krankheit zweifeln,
und für jeden Gebissenen werde die vollständige Vorbauungscur
der Wuthkrankheit unerläßlich.
Medicin
Ein Vorschlag, welchen eines der neuesten, öffentlichen Blätter
zu Genf rücksichtlich der Menschenpocken und Kuhpockenimpfung enthielt,
veranlaßte Hrn. Staatsrath Usteri, diesen Gegenstand zum Vorwurf
verschiedener Mittheilungen und Erörterungen zu machen. Nach einer
kurzen Geschichte des Ganges der Pocken-Krankheit während der letzten
Jahre in der Schweiz kommt er auf den Vorschlag des Dr. Mayor in Genf,
welcher darin besteht, die Kinder gehörig zu vacciniren, einige Zeit
nach dem völligen Verlaufe der Vaccine zu inoculiren, und einige Tage
später, ehe die Menschenpocken ausgebrochen sind, nochmahls zu vacciniren.
Auf diese Weise soll völlige Sicherung vor künftiger Ansteckung
durch Menschenpocken erhalten, und doch der Verlauf der Pockenkrankheit
milde und gefahrlos gemacht werden. Vaccination allein gewähre nicht
hinreichenden Schutz, Polizeymaßregeln seyen freylich
hierbey zur Verhüthung weiterer Verbreitung der Pockenkrankheit unentbehrlich.
Ein Artikel in der N. Zürcherzeitung vertheidigt die Schutzkraft der
Vaccine, als durch die ausgedehnteste Erfahrung hinlänglich, zwar
keineswegs absolut bestätigt, und weist dagegen aus das Bedenkliche
einer Rückkehr zur Inoculation der Menschenpocken hin. In gleichem
Sinne spricht sich ein Aufsatz von einem Baslerarzte aus, welcher vorgelesen
wird. Derselbe nimmt als durch die Erfahrung bewiesen an, daß Inoculation
nicht besser als Vaccination schütze, daß hingegen jene immer
mit Gefahr verbunden, diese gefahrlos sey. Wo nach der Vaccination doch
Pocken ausgebrochen, da sey weit aus in den meisten Fällen die Vaccination
nicht vollständig gewesen, und wenigstens seyen unter den an Pocken
Verstorbenen keine solchen gewesen, deren Vaccination als ächt vollkommen
erwiesen war. Ganz übereinstimmend hiermit sehen alle der zahlreich
anwesenden Zürcherschen Aerzte die Schutzkraft der Kuhpocken zwar
nicht als absolut an, glauben aber, daß gerade auch die Erfahrungen
der letzten Jahre in unserem Kantone einen sehr hohen Grad von schützender
Kraft bewährt haben, es sey daher durchaus kein Grund vorhanden davon
abzugeben. Der Ausbruch der wahren Pockenkrankheit bey ächt Vaccinirten,
welche sogar in einzelnen, nicht zu läugnenden Fällen mit dem
Tode endigte, sowie der Erfolg einer zweyten Vaccination (Revaccination),
nach einer ersten, ächten Vaccine müsse in individuellen Verhältnissen,
welche uns bisdahin noch entgangen sind, gesucht werden. Um so mehr
soll dieß zu erhöhter Sorgfalt und Genauigkeit bey dem Vaccinationsgeschäft
anreizen, Ungetheilt wird die Inoculation der Menschenpocken mißbilligt,
als ein Mittel, das sowohl für die Geimpften selbst mit Gefahr verbunden
sey, als die Besorgniß weiterer Verbreitung mit sich führe.
Der Jahresbericht über die Irrenanstalt im hiesigen Krankenhause
vom J. 1826, welchen wie gewohnt H. Kantonsapotheker Irminger mittheilte,
zeigt 59 behan– …
Seiten 64 - 67
… das Entlibuch über Sempach, durch das Reußttal
über Knonau und Albis kehrte H. Hirzel am 12.. August nach Hause
zurück.
Endlich erhielt die Gesellschaft von Hrn. Professor von Escher Reisebemerkungen
mitgetheilt, welche derselbe theils auf dem Wege von Paris nach London,
theils während eines kurzen Aufenthaltes in letzterer Stadt zu machen
Gelegenheit hatte. Sie betreffen das besonders in technischer und industrieller
Hinsicht Bemerkenswerthe. Wie aber die Reise selbst rasch und der Aufenthalt
in London kurz waren, dagegen eine zahllose Menge der verschiedenartigsten
Gegenstände an dem Auge des Beobachters vorüber führten,
so sind es auch nur kurze Andeutungen des Gesehenen, was der H. Verf. gibt,
wobey das Ganze eben so sehr von Vielseitigkeit der Kenntnisse, und von
der Richtigkeit des Urtheils, als von der Kunst, in flüchtigen Zügen
treffend zu schildern, zeugt. Es ist der Abschied von Paris, die Manufacturen,
Färbereyen, Druckereyen u. s. f. Rouen's, einige Beobachtungen über
Wellenbewegungen, welche in Frankreich sich darbiethen. In England Wird
der Zuhörer an den verschiedenen Werken neuer, mechanischer Kunst,
an den Sammlungen der bildenden Künste des Alterthums, an den Sammelplätzen
unermeßlicher Vorräthe alles menschlichen Luxus und der neusten
Moden, an den Waffensäälen und Kriegsmagazinen des Tower, an
den Sammlungen von seltenen Geschöpfen fremder Erdtheile vorübergeführt,
mit dem vortrefflichen Baue des Straßenpflasters, mit einigen verbesserten
Einrichtungen der Hängebrücken, mit dem verschiedenartigen Gebrauche
der gewaltigen Kraft des Dampfes bekannt gemacht.
Hydrotechnik
Herr Hofrath Horner las eine Arbeit des Hrn. Hauptmann Lanika in Bünden
über die Correction des Rheines im Domleschg vor, welche, auf sorgfältige
Beobachtung eben so sehr der in Frage stehenden Gegend, als andrer ähnlicher
Verhältnisse gegründet, durch neue, zweckmäßige, den
dortigen Umständen angepaßte Vorschläge sich auszuzeichnen
scheint. Eine topographisch-hydrotechnische Beschreibung des Thales geht
voraus. Mit den fruchtbaren, von grünenden Matten bedeckten, mit zahlreichen
Schlössern, Ruinen, und Dörfern besetzten Bergabhängen bildet
der von schwarzem Sande bedeckte, mit Gestrüpp bewachsene, unwirthliche
Thalgrund einen auffallenden Contrast. Es ist die Nolla, welche, von den
steilen Höhen des Piz Beverin herab stürzend, die Masse schwarzen
Mergels und Dammerde der Ebene zuführt. Nach Regengüssen
bricht sie bisweilen mit so gewaltigen Wasser- und Geschieblasten herab,
daß der aus den Schlünden des verlornen Loches kommende Rhein
hoch sich aufstaut, und zuletzt, wann er diesen Widerstand überwältiget,
sich in die Thalfläche ergießt, die Felder theils wegreißend
theils mit Sand überdeckend. Im vorigen Jahrhundert hatten ausgedehnte,
hölzerne Eindämmungen den Verheerungen Schranken gesetzt.
Allein seitdem im J. 1807 eine außerordentliche Anschwellung die
bereits wankenden Dämme zerrissen, ist dem verwüstenden Elemente
nirgends Widerstand geleistet. Für die Correction des Rheines hält
nun H. Lanika zuerst auch eine Correction der Nolla für höchst
wünschbar, nähmlich durch Bepflanzung der Schutthalden im obern
Theile des Thales, wodurch den Seitenwandungen des Wildbaches mehr Festigkeit
gegeben, und das immer fortdauernde Losspühlen neuer Geschiebe verhütet,
wenigstens vermindert werden soll. Die eigentliche Correction
des Rheines selbst läßt er erst eine Strecke unterhalb der Einmündung
der Nolla in den Rhein beginnen. Denn einerseits würden große
Anschwellungen der Nolla die Werke weiter aufwärts leicht zerstören,
und anderer Seits müssen die Geschieblasten irgendwo abgesetzt werden,
und diesen Theil dem Strome überlassen heißt ihm etwas freywillig
Preis geben, was man doch nicht zu behaupten vermöchte. Wie bey allen
Wildbächen da, wo sie aus dem Gebirge in die Thalebene heraustreten,
so würde sich auch hier vom Punkte der Einmündung ein Schuttkegel
fächerförmig ausbreiten, welcher die gröbsten und schwersten
Geschiebe enthielte. Als Grundsatz für die Correctionsarbeiten
selbst, welche vom Einflusse der Albula bis Rothenbrunn sich erstrecken
würden, stellt H. Lanika auf, den Fluß durch Regulirung seines
Laufes zu nöthigen, sein Bett selbst bis zur gehörigen Tiefe
einzuschneiden, und dagegen durch Absetzen von Geschieben seine Seiten
selbst zu erhöhen. Abgesetzter Sand und Steine sind aber durchaus
zum Anbau untauglich, daher man den Strom so leiten muß, daß
er durch Ablagerung seiner feinsten Theile ein bald urbar zu machendes
Land darbiethe. Zu diesem Ende hin schlägt H. Lanika Statt der
gewöhnlichen Stromsparren s. g. Fang- oder Flügeldämme vor,
welche vom Thalabhänge oder einem festen Punkte des Ufers aus senkrecht
auf den Stromstrich gehen, und am vordem Ende wieder senkrecht nach aufwärts,
also mit dem Stromsstrich parallel, mit einem Kopfe oder einem Flügel
versehen sind. Innerhalb dieses Dammes wird das Wasser aufgestaut, bildet
einen kleinen See, setzt sein Geschiebe ab, und füllt so allmählig
diesen Raum aus. Von ausnehmender Festigkeit müssen die Köpfe
seyn, weil diese beständig der Gewalt der Gewässer ausgesetzt
sind. Zwischen den Hauptwuhren, welche zu weit von einander entfernt sind,
als daß nicht der Strom in den Zwischenräumen von seinem Laufe
abweichen könnte, werden kleinere Fangwuhre, und hinter diesen noch
Hinterdämme errichtet. Der Raum zwischen diesen und dem Flußufer
wird dicht mit Erlen, Weiden und Pappeln bepflanzt. Die Construction aller
der verschiedenen Werke gibt der H. Verf. mit dem nöthigen Detail
an. Die neun auf jeder Seite anzulegenden Fangwuhre theilen das Flußgebieth
des Rheins im Domleschg von der Zollbrücke an in neun Bezirke, welche
in ihrer Correction ziemlich unabhängig von einander sind, von denen
nur die obersten zuerst korrigirt werden müssen. Die Kosten
des ganzen Corrections-Unternehmens berechnet H. Lanika auf 170,139 Bündnergulden,
den Umfang des gewonnenen Landes zu 229,619 Quadratklafter Vorland, und
1,115,723 Hinterland, Jene à 15 Krzr. geben 57,405, diese
à 30 Krzr. geben 557,861 Gulden, zusammen 615,266 Gulden;
also käme ein Gewinn von 445,127 Bündnergulden heraus. Versuche
haben dem Hrn. Verf. bewiesen, daß da dem Rheine abgewonnene Land
schon im folgenden Jahre zur Anpflanzung aller Arten von Früchten
geeignet ist. Alles gedeiht in dem mergelhaltigen Nollasande vortrefflich.
— Einige gar schöne Plane und Zeichnungen stellen die ganze
Anlage der Wuhre auf eine sehr klare Weise dar.
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